Ein Mann, der Millionen mit Kaschmir verdient, umgeben von Weinbergen, Olivenbäumen und frisch gebackenen Biscotti – und seine größte Entbehrung ist ausgerechnet die ständige Diät. Merken Sie, wie sehr das berührt? Da ist dieser scheinbar perfekte italienische Traum. Und mittendrin Brunello Cucinelli, der sagt: Jeden Tag müsste man eigentlich Pasta essen.
Wer ist Brunello Cucinelli – und warum fasziniert er so?
Brunello Cucinelli gilt als einer der elegantesten Männer Italiens. Sein Name steht für Luxusmode aus Kaschmir, dezente Farben, weiche Stoffe, ruhige Eleganz. Doch hinter den weichen Pullovern steckt ein Mann, der hart gearbeitet hat und sehr bewusst lebt.
In Solomeo, einem kleinen Dorf in Umbrien, hat er sein ganzes Imperium aufgebaut. Kein Glaspalast, keine kalte Metropole. Stattdessen ein mittelalterliches Dorf, liebevoll restauriert. Kopfsteinpflaster, helle Steine, sanfte Hügel. Man spürt: Dieser Mensch liebt Schönheit. Nicht nur an Kleidung, sondern im ganzen Leben.
Solomeo: Wenn Mode zwischen Weinbergen entsteht
Stellen Sie sich vor, Sie fahren früh morgens durch die umbrische Landschaft. Nebel hängt noch leicht über den Hügeln. In der Ferne sehen Sie perfekt gerundete Reihen von Weinreben. Nichts wirkt zufällig, alles ist geplant, aber warm und lebendig.
Genau dort lebt Cucinelli mit seiner Frau und den Familien seiner zwei Töchter. Er hat die Landschaft rund um Solomeo bewusst neu gestaltet. Weinberge, Obstgärten, Olivenhaine, Zypressen. Es ist, als hätte er seinem inneren Bild von Italien ein echtes Zuhause geschenkt.
Ein Dorf wie ein Manifest für Genuss
Solomeo ist kein klassischer Firmensitz. Es ist eine Art Manifest. Eine Botschaft: Arbeit, Schönheit und Genuss gehören zusammen. Cucinelli ließ alte Mauern restaurieren, Plätze anlegen und in den Gärten wachsen jetzt Pfirsich-, Aprikosen-, Mandel-, Birnen- und Apfelbäume.
Zwischen den Bäumen stehen Zypressen, Pinien, Eichen und Steineichen. Dazwischen 1.700 Olivenbäume und 60.000 Lorbeersträucher. Der Duft von Lorbeer, Olivenöl und Erde. Man kann sich leicht vorstellen, wie dort ein Mittagessen im Sommer schmeckt.
Der Morgen im Dorfcafé: Genuss beginnt früh
Jeden Morgen sitzt Cucinelli angeblich im Dorfcafé. Er wartet auf das frische Gebäck. Kein luxuriöses Hotel, kein abgeschotteter Privatraum. Ein einfacher Tisch, ein Espresso, vielleicht ein Cornetto. Menschen aus dem Dorf, Stimmen, Klappern von Tassen.
Dieser Moment zeigt viel über seine Haltung. Genuss ist für ihn etwas Alltägliches, nichts Übertriebenes. Kein Spektakel, sondern ein Ritual. Frühes Licht, warmes Gebäck, ein kurzer Plausch. So fängt ein Tag an, an dem es später vielleicht um Millionenverträge geht.
„Jeden Tag, den Gott uns schenkt, muss man Pasta essen!“
Dieser Satz von Cucinelli trifft direkt ins Herz. Er ist halb Spaß, halb Lebensphilosophie. Pasta steht hier nicht nur für Essen. Sie steht für Wärme, für Familie, für das Gefühl, am Tisch anzukommen.
Und doch sagt er: Die größte Entbehrung seines Lebens sei seine ständige Diät. Das tut weh, oder? Da steht ein erklärter Genießer, dessen Marke für Fülle, Großzügigkeit und gutes Leben steht. Und dieser Mensch muss sich jeden Tag bremsen.
Wie lebt ein Genießer auf Diät?
Das Spannende ist: Cucinelli verzichtet, ohne den Genuss aufzugeben. Er feiert das Essen, aber er kontrolliert die Mengen. Er liebt Pasta, aber wohl nicht jeden Tag. Er bietet üppige Buffets an, ohne sich selbst in allem zu verlieren.
Auf seinen Modenschauen gibt es feinste Biscotti, Crostata mit Aprikosenmarmelade, Berge von frischen Beeren, Ananas und knusprige Minipizzen. Das Buffet ist immer großzügig und liebevoll. Man fühlt sich wie bei einer italienischen Mama. Und gleichzeitig lebt der Mann dahinter mit Regeln, Disziplin, vielleicht auch mit einem leisen Schmerz.
Ein Buffet wie eine Umarmung: So isst man à la Cucinelli
Stellen Sie sich vor, Sie betreten eine Präsentation seiner Kollektion. Keine sterile Atmosphäre, kein kühler Minimalismus. Stattdessen ein Tisch wie in einem Landhaus in Umbrien. Holz, weiße Tücher, Obstschalen, Schalen voller kleiner Köstlichkeiten.
Weil viele Leser gern ein bisschen Dolce-Vita-Atmosphäre nach Hause holen, hier eine kleine Inspiration im Stil eines Cucinelli-Buffets. Einfach, aber wirkungsvoll.
Italienische Biscotti mit Mandeln
Für etwa 30 Stück brauchen Sie:
- 250 g Mehl (Type 405)
- 150 g Zucker
- 2 Eier (Größe M)
- 100 g ganze Mandeln, ungeschält
- 1 TL Backpulver
- 1 Prise Salz
- 1 TL abgeriebene Zitronenschale (bio)
Zubereitung in Kurzform:
- Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Mehl, Zucker, Backpulver, Salz und Zitronenschale mischen.
- Eier unterrühren, dann Mandeln untermischen, zu einem weichen Teig kneten.
- Teig in zwei lange Rollen formen, auf ein Blech legen und etwa 20 Minuten backen.
- Leicht abkühlen lassen, dann schräg in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden.
- Die Scheiben wieder aufs Blech legen und weitere 10–12 Minuten backen, bis sie trocken und leicht goldbraun sind.
Diese Biscotti passen perfekt zu Espresso. Und sie vermitteln sofort etwas von dieser eleganten, aber bodenständigen Cucinelli-Welt.
Kleine Crostata mit Aprikosenmarmelade
Für eine runde Form von 24 cm Durchmesser oder 6–8 kleine Törtchen:
- 250 g Mehl
- 125 g kalte Butter
- 80 g Zucker
- 1 Ei
- 1 Prise Salz
- 300 g Aprikosenmarmelade (gute Qualität)
So geht es:
- Mehl, Zucker und Salz mischen. Butter in Stückchen dazugeben und mit den Fingern verreiben.
- Ei hinzufügen und alles zu einem glatten Mürbeteig kneten. Teig mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
- Backofen auf 180 Grad vorheizen. Form einfetten.
- Etwa zwei Drittel des Teigs ausrollen, in die Form legen, Rand andrücken.
- Marmelade darauf verteilen.
- Aus dem restlichen Teig Streifen schneiden und ein Gitter auf die Marmelade legen.
- 20–25 Minuten backen, bis der Teig goldgelb ist.
Ein kleines Stück reicht schon, um dieses Gefühl von italienischem Kaffeekränzchen nach Solomeo ins eigene Zuhause zu holen.
Familientisch statt Laufsteg: Warum Essen für ihn heilig ist
Bei all dem Luxus betont Cucinelli immer wieder: Das Wichtigste ist das Essen mit der Familie. Der Tisch ist der wahre Laufsteg. Dort werden Geschichten erzählt, dort wird gestritten, gelacht, versöhnt.
Er spricht oft davon, dass man Tageszeitungen, Ideen und Brot teilen soll. In einer Welt, die schnell und laut ist, wirkt das fast altmodisch. Aber genau das macht es so stark. Gemeinsame Mahlzeiten sind seine Art, die Welt zu ordnen.
Diät und Überfluss: Ein spannender Widerspruch
Dass ausgerechnet dieser Mann von seiner „größten Entbehrung“ spricht, macht ihn nahbar. Wir kennen alle dieses Spannungsfeld. Man will genießen und muss doch aufpassen. Man liebt Pasta und weiß, dass der Körper nicht jeden Tag damit glücklich ist.
Bei Cucinelli wird dieser Konflikt sichtbar. Der reiche Modeschöpfer, der in Fülle lebt. Und der gleichzeitig Maß halten muss. Vielleicht zeigt er uns damit etwas Wichtiges: Echter Genuss ist nicht das ständige Mehr, sondern das bewusste Weniger zur richtigen Zeit.
Was Sie sich von Cucinelli abschauen können
Sie müssen kein Kaschmirimperium besitzen, um etwas aus seiner Haltung mitzunehmen. Vielleicht ist es nur eine Kleinigkeit: morgens im Lieblingscafé sitzen, auf frisches Gebäck warten und den Tag langsam beginnen.
Oder Sie decken den Tisch heute Abend etwas schöner. Ein Tuch, ein paar frische Kräuter, ein einfaches Gericht, aber mit Aufmerksamkeit gekocht. Vielleicht sogar eine kleine Crostata zum Dessert. Und wenn Sie dann denken: Eigentlich müsste man jeden Tag Pasta essen, dann wissen Sie, dass Sie ein kleines bisschen Solomeo in Ihrem Alltag haben.

